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Nach einer Hadiith darf man nicht an einem Tisch sitzen, an dem andere Personen Alkohol trinken. Das Konsumverbot ist eindeutig, doch warum dieses zusätzliche Verbot?


Frage:

Nach einer Haditih darf man nicht an einem Tisch sitzen, an dem andere Personen Alkohol trinken. Das Konsumverbot ist eindeutig, doch warum dieses zusätzliche Verbot?

Antwort:

Mit dem Namen ALLAAHs, Des Gnadenden, Des Allgnädigen!
Alles Lob gebührt ALLAAH, Dem wahren Herrn und Schöpfer! Seine Gnade und Sein Frieden mögen dem Gesandten Muhammad zuteilwerden, dem Gesandten der Milde und der Barmherzigkeit zu allen Geschöpfen.

ALLAAH, der Erhabene, sagte diesbezüglich:

يَٰٓأَيُّهَا ٱلَّذِينَ ءَامَنُوٓاْ إِنَّمَا ٱلۡخَمۡرُ وَٱلۡمَيۡسِرُ وَٱلۡأَنصَابُ وَٱلۡأَزۡلَٰمُ رِجۡسٞ مِّنۡ عَمَلِ ٱلشَّيۡطَٰنِ فَٱجۡتَنِبُوهُ لَعَلَّكُمۡ تُفۡلِحُونَ ٩٠

“Ihr, die den Iimaan verinnerlicht habt! Das Berauschende 1, das Glücksspiel, die Opfersteine und Los-Pfeile 4 sind doch nur Unreinheiten aus dem Werke des Satans, so meidet sie, damit ihr erfolgreich werdet!” 2

Der Begriff “meidet sie” hat eine weitreichendere und umfassendere Bedeutung als der Begriff des Tahriim (etwas als haraam/verboten bezeichnen). Denn letzterer umfasst nur das Verbot des Verzehrs, aber nicht den Handel und Gebrauch bzw. den Kontakt damit. Durch den Begriff “meidet sie” ist eindeutig nicht nur der Genuss, sondern ebenso der Handel (Kauf und Verkauf) sowie der Gebrauch bzw. Kontakt mit dem Verbotenen haraam. Auch wenn im Wortlaut der Aayah “nur” Chamr (Wein) als haraam aufgelistet wird, liegt hier ein durch die Sunnah belegter Konsensus der Fiqh-Gelehrten vor, dass unter diesem Begriff auch alle sonstigen berauschenden Getränke subsumiert werden müssen. Dabei berufen sie sich auf folgende zwei Hadiithe:

كُلُّ مُسْكِرٍ حَرَامٌ.

“Jedes berauschendes Getränk ist haraam.” (AH)

كُلُّ مُسْكِرٍ خَمْرٌ وَكُلُّ خَمْرٍ حَرَامٌ.

“Alles Berauschende ist Chamr, und alle Chamr-Sorten sind haraam.” (M, AH, I)

Nach allen Fiqh-Gelehrten liegt die ‘Illah (eigentlicher Grund) für das Verbot von Chamr in dessen Rauschwirkung. Durch Al-qiyaas (Analogieschluss) gilt alles als haraam, was über diese gemeinsame ‘Illah verfügt. Für die Einnahme von Rauschmitteln, unabhängig von der Menge und dem Grad des Rauschzustandes, sieht die Scharii’ah eine Strafe vor, die erst vollzogen wird, wenn man nicht mehr im Rauschzustand ist. Der Alkoholgeruch aus dem Mund liefert nach der Scharii’ah keinen eindeutigen Beweis für die Übertretung des Gebots. Muslime, die dieses Gebot verletzt haben, sollen es durch rituelle Reue (Taubah توبة) wiedergutmachen. Sie sollen die Übertretung bereuen, Allaah (ta’aala) um Vergebung bitten und an Arme und Bedürftige spenden.

Und ALLAAH weiß es am Besten!

Fatwa- Kommission islam-wissen.com

Notes:

  1. Ursprünglich: „Chamr“, abgeleitet von chamara: bedecken; Wein; auch jedes Rauschmittel.
  2. Quraan (5.90)