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Ist es einer praktizierenden Muslimah gestattet einen Mann zu heiraten, der gläubig ist, zum Freitagsgebet geht und auch fastet, aber es nicht schafft fünf mal am Tag zu beten obwohl er es gerne möchte?


Frage:

Ist es einer praktizierenden Muslimah gestattet einen Mann zu heiraten, der gläubig ist, zum Freitagsgebet geht und auch fastet, aber es nicht schafft fünf mal am Tag zu beten obwohl er es gerne möchte?

Antwort:

Mit dem Namen ALLAAHs, Des Gnadenden, Des Allgnädigen!
Alles Lob gebührt ALLAAH, Dem wahren Herrn und Schöpfer! Seine Gnade und Sein Frieden mögen dem Gesandten Muhammad zuteilwerden, dem Gesandten der Milde und der Barmherzigkeit zu allen Geschöpfen.

Die Auswahlkriterien einer Person als zukünftigen Ehepartner sind vielfältig. Grundsätzlich legt die Scharii’ah hierfür keine engen Grenzen fest, solange zwischen beiden kein Ehehindernis besteht. Sie gibt jedoch Empfehlungen, bei deren Berücksichtigung eine harmonische innerislamische Ehe entstehen kann. Die wichtigsten Auswahlkriterien sind:

  • Bewusste Religiösität, Rechtschaffenheit und Ehrenhaftigkeit

Der Gesandte (sallal-laahu ‘alaihi wa sallam) sagte:

إِذَا خَطَبَ إِلَيْكُمْ مَنْ تَرْضَوْنَ دِينَهُ وَخُلُقَهُ فَزَوِّجُوهُ إِلَّا تَفْعَلُوا تَكُنْ فِتْنَةٌ فِي الْأَرْضِ وَفَسَادٌ عَرِيضٌ.

“Sollte ein Mann, dessen Din und Moral euch gefällt, euch um die Hand einer Frau bitten, dann verheiratet ihn mit ihr. Wenn ihr es nicht tut, dann verbreiten sich auf der Erde Versuchung und großes Verderben.” (T)

قَالَ تُنْكَحُ الْمَرْأَةُ لِأَرْبَعٍ لِمَالِهَا وَلِحَسَبِهَا وَجَمَالِهَا وَلِدِينِهَا فَاظْفَرْ بِذَاتِ الدِّينِ تَرِبَتْ يَدَاكَ.

“Die Frau wird (üblicherweise) wegen viererlei geheiratet: “Wegen ihres Vermögens, wegen ihrer Abstammung, wegen ihrer Schönheit und wegen ihres Din. Heirate die mit Din, so wirst du erfolgreich sein.” (B)

Die o. g. Empfehlung des Gesandten gilt selbstverständlich ebenfalls für die Frau, wenn sie ihren zukünftigen Mann auswählt. Natürlich kann sich eine Person glücklich schätzen, wenn sie einen Ehepartner findet, der über alle Kriterien verfügt. Das Kriterium der Religiösität bleibt jedoch für den Islam das Prioritäre.

  • Die Ebenbürtigkeit beider Ehepartner
    Unter der Ebenbürtigkeit versteht man soziale, finanzielle, berufliche und moralische Voraussetzungen, deren Fehlen das Scheitern der Ehe wahrscheinlicher macht. So sollen beide Ehepartner und ihre Familien zu islamischen Familien stammen, gleichwertige Berufe haben, nicht entmündigt sein und frei von Krankheiten und Behinderungen sein, welche die Ehe beeinträchtigen, wie Impotenz usw. Sowohl die Frau als auch ihr Waliy können eine Eheschließung wegen fehlender Ebenbürtigkeit ablehnen.
    Nach Imaam Maalik bezieht sich die Ebenbürtigkeit nur auf die Religiösität, so heiratet eine praktizierende Frau keinen unpraktizierenden Mann. Imaam Ahmad bewertet eine Eheschließung unter Nicht-Ebenbürtigen als ungültig, auch dann sollte die Ehefrau dem zugestimmt haben.
    Verheiratung einer Frau mit einem Nicht-Ebenbürtigen ohne ihre Zustimmung ist nach allen Schulen haraam. Dagegen muss der Waliy die Frau mit einem Ebenbürtigen auch ohne adäquate Brautgabe verheiraten, wenn sie dies verlangt und zustimmt.

Und ALLAAH weiß es am Besten!

Fatwa- Kommission islam-wissen.com