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Gastfreundschaft und Flüchtlingshilfe im Quraan


Frage:

Im 3. Buch Mose 19, 33ff heißt es: “Wenn bei dir ein Fremder in eurem Land lebt, sollt ihr ihn nicht unterdrücken. Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie ein Einheimischer gelten, und du sollst ihn lieben, wie dich selbst.”

Gibt es dazu eine Parallele im Koran?

Antwort:

Mit dem Namen ALLAAHs, Des Gnadenden, Des Allgnädigen!
Alles Lob gebührt ALLAAH, Dem wahren Herrn und Schöpfer! Seine Gnade und Sein Frieden mögen dem Gesandten Muhammad zuteilwerden, dem Gesandten der Milde und der Barmherzigkeit zu allen Geschöpfen.

Das Helfen und Unterstützen von Menschen bzw. Fremden in Not etc. ist eine Handlung der “Gütigen”. Die Belohnungen der “Gütigen” werden im Quraan mehrfach erwähnt, wie z. B. in der folgenden Aayah:

  • “So ließ Allaah ihnen die Belohnung des Diesseits und das Schöne von der Belohnung des Jenseits zuteil werden. Allaah liebt die Gütigen 1.” (3:148)

 

Der Umgang mit “Fremden” (unabhängig davon welcher Religion sie folgen) wird in den folgenden Aayaat beschrieben (d. h., die folgenden Aayaat, werden generell und ohne Einschränkung verstanden):

    • “Diejenigen, die den Iimaan verinnerlichten, ausgewandert 2 sind und sich mit ihrem Vermögen und mit sich selbst auf Allaahs Weg mühten, und diejenigen, die (ihnen) Unterkunft gewährten und Beistand leisteten, diese tragen Verantwortung 3 einander gegenüber. Diejenigen, die den Iimaan verinnerlichten, aber nicht ausgewandert 4 sind, ihnen gegenüber habt ihr keinerlei Verpflichtungen 5, bis sie auswandern. Sollten sie euch jedoch um Beistand in Religionsangelegenheiten 6 bitten, dann habt ihr ihnen beizustehen, es sei denn gegen Leute, mit denen ihr einen Vertrag abgeschlossen habt. Allaah ist allsehend dessen, was ihr tut.” (8:72)
    • “Diejenigen, die den Iimaan verinnerlichten, ausgewandert sind und sich auf Allaahs Weg mühten 7, und diejenigen, die (ihnen) Unterkunft gewährten und Beistand leisteten, diese sind die wahren Iimaan-Bekennenden. Für sie gibt es Vergebung und edle Gaben.” (8:74)
    • “Auch diejenigen, die erst danach den Iimaan verinnerlichten, ausgewandert sind und sich mit euch mühten, diese gehören zu euch. Die Verwandten haben untereinander nach Allaahs Schrift das Vorrecht (in der Erbschaft). Gewiss, Allaah ist über alles allwissend.” (8:75)
    • „Sollte einer von den (vertragsbrüchigen) Polytheisten[die Polytheisten aus Makkah) dich um Asyl bitten, dann gewähre ihm Asyl, bis er Allaahs Worte vernommen hat, dann geleite ihn zum Ort seiner Sicherheit. Dies ist so, weil sie doch Menschen sind, die nicht wissen.“ (9:6)

 

Und ALLAAH weiß es am Besten!

Fatwa- Kommission islam-wissen.com

Notes:

  1. Ursprünglich: „Muhsiniin“, d. h. ihsaan-gemäß Handelnde. Ihsaan bedeutet, anderen auf schöne Art noch mehr als das zukommen lassen, das ihnen zusteht. Im Bezug auf Allaah (ta’aala) ist Ihsaan ein Synonym für Gnade, siehe Glossar.
  2. Im Original: „Hidschrah unternahmen bzw. vollzogen“, siehe Glossar.
  3. Ursprünglich: „sind einander gegenüber Auliyaa“, siehe Wali im Glossar.
  4. Im Original: „Hidschrah unternahmen bzw. vollzogen“, siehe Glossar.
  5. Ursprünglich: „wilaya“, Beziehung unter Wali, siehe Glossar.
  6. Ursprünglich: „Diin“: die sowohl im Religiösen als auch im Profanen von Allaah (ta’aala) gebotene Lebensweise.
  7. Im Original: „Dschihaad leisteten“, siehe Glossar.